Vom Technischen Großhändler zum Digitalisierungs­partner

Vom Technischen Großhändler zum Digitalisierungs­partner

Die Piel GmbH in Soest

4. Oktober 2019

Die Technische Großhandlung Piel, mit 5 Standorten in Deutschland (Hauptsitz in Soest, NRW), verkauft seit 101 Jahren aus einem Sortiment mit mehr als einer Million Artikeln Werkzeuge und Kleinteile wie Schrauben, Arbeitshandschuhe und vieles mehr an Industrieunternehmen. Das klingt nicht nach Digitalisierung? Weit gefehlt! Schon im Jahr 2000 hat Piel den ersten Online-Marktplatz1 für Industriekunden eingerichtet. Heute digitalisiert das Unternehmen für seine Kunden den gesamten Beschaffungsprozess.

Der Markt hat sich verändert. Mit dem Durchbruch des Internets und dem Start diverser Online-Marktplätze wurden Preise transparenter. Piel legt deshalb großen Wert auf Service und qualifizierte Beratung – so differenziert sich das Unternehmen vom Wettbewerb. Zu Beginn war diese eine Zusatzleistung im Rahmen des Verkaufsgesprächs. Heute ist die umfassende Prozessberatung eine alleinstehende Dienstleistung, welche so viel Mehrwert für den Kunden schafft, dass er dafür bezahlt. Der durchschnittliche industrielle Beschaffungsprozess hat 36 Einzelprozessschritte und kostet 115,28 Euro pro Bestellung2 Egal ob ein Laptop oder ein Bleistift bestellt wird. Piel reduziert die Anzahl der Prozessschritte auf 10 und die Kosten auf 45 Euro. Dafür holt Piel alle am Prozess beteiligten Mitarbeiter des Kunden an einen Tisch, entwickelt gemeinsam mit dem Kunden effizientere Prozesse und implementiert sie auf Wunsch im Anschluss an das Beratungsprojekt. Dabei spielt Digitalisierung eine große Rolle. Die Beschaffung erfolgt über eine digitale Plattform. Piel weiß, was bis wann gebraucht wird, und liefert die erforderlichen Produkte zum Einsatzort in der Produktion. Gleichzeitig werden Laufwege und Pläne für den Einsatz der Produkte via App bereitgestellt, wie beispielsweise Informationen über den richtigen Einsatzbereich von persönlicher Schutzausrüstung. Da alle Mitarbeitenden daran beteiligt sind, den Prozess neu zu gestalten, fällt die Akzeptanz für die Veränderung leichter.

Unternehmen wie die Stahlwerke der Georgsmarienhütte Holding GmbH, die Spenner GmbH & Co. KG in Erwitte und die Wepa Hygieneprodukte GmbH in Müschede nutzen die Produkte und Services von Piel. Für die HeidelbergCement AG ist Piel Systemlieferant und Digitalisierungspartner. Den fachlichen Austausch zwischen den Unternehmen fördert Piel durch die Netzwerkveranstaltung „Materialwirtschaftsforum für den Mittelstand“ (MaWi-Forum). Dabei gewinnt Michael Piel, geschäftsführender Gesellschafter der Piel GmbH, neue Erfahrungen im Zeitalter der Digitalisierung: „Man redet viel offener miteinander und findet so neue Partner. Bei uns wurde zum Beispiel aus einem ehemaligen Wettbewerber, einer Spezial-Onlineplattform, ein neuer Kunde.“ Das nächste MaWi-Forum für den Mittelstand3 findet am 05.03.2020 in Dresden statt.

„Wir sind heute ein anderes Unternehmen als vor 20 Jahren. Die größte Herausforderung ist und bleibt dabei die Veränderung im Kopf“, sagt Mario Ernst, geschäftsführender Gesellschafter, „sowohl beim Kunden als auch bei den eigenen Mitarbeitern. Unsere Erfahrung ist: Wenn es gelingt, den Nutzen deutlich zu machen, dann ziehen die Menschen auch mit.“

[1] https://www.piel.de/Typisch-C-Teile/eProcurement/eProcurement-Manufaktur/index.html

[2] Wert in Anlehnung an: Prof. Dr. Holger Müller, M.Sc.-Psych. Elisabetha Bollini: „Indirekter Einkauf im Fokus: Zwischen Einsparpotential und Zukunftschancen“ 2017  

[3] https://www.mawiforum.de

Einzelhändler mit Online-Shop

Einzelhändler mit Online-Shop

Erfahrungen der Firma Löckenhoff + Schulte GmbH

27. März 2019

2008 ist die Firma Löckenhoff + Schulte GmbH als stationärer lokaler Einzelhändler für Fahrräder und Fahrrad-Zubehör in den Online-Handel eingestiegen. Mit Hilfe der Digitalisierung hat sich das Unternehmen neue Kunden erschlossen und Bestandskunden gehalten.

„Uns war klar, dass der Trend im Internet einzukaufen sich nicht aufhalten lässt,“ berichtet Ingo Pahrmann, Geschäftsführer der Löckenhoff + Schulte GmbH, aus der Anfangszeit der Online-Aktivitäten seines Unternehmens. Viele Entscheidungen waren zu treffen: Kleine Lösung oder groß? Mit Amazon zusammenarbeiten oder nicht? Und wie überhaupt anfangen? Die Löckenhoff + Schulte GmbH wollte gleich mit einem richtigen Shop starten und das Amazon-Angebot hat das Unternehmen ausgeschlagen: „Amazon wollte damals nur wissen, was gut läuft“ ist sich Ingo Pahrmann sicher. Ein Erfolg ist der Shop trotzdem geworden. Löckenhoff + Schulte hat Kunden aus der ganzen Bundesrepublik dazu gewonnen.

Der Online-Shop hat sich zum Fulltime-Job entwickelt und das Unternehmen versteht ihn als dritte Filiale neben zwei stationären Läden. Das virtuelle Geschäft ist auch heute noch kleiner als die beiden Standorte in Lippstadt und Paderborn. In diesen kaufen heute jedoch Menschen aus einem viel größeren Umkreis ein als früher. In Paderborn kaufen Kunden aus Kassel, nach Lippstadt kommen Kunden aus Dortmund. Das führt Pahrmann auf die Online-Präsenz zurück: „Ein großer Teil der Endverbraucher geht in den Online-Shop, informiert sich dort und kauft dann stationär.“ Die Kunden schätzen es, Probe zufahren und das Fahrrad für eine Reparatur auch mal vorbei bringen zu können. Der Online-Shop ist also zugleich Verkaufsfläche und Werbemedium – auch für regionale Kunden. Deshalb ist es für Ingo Pahrmann so wichtig, sich als Unternehmen mit Bildern des Ladens und der Mitarbeitenden zu präsentieren. Das schafft Vertrauen und unterscheidet das Unternehmen von reinen, unpersönlichen Online-Händlern.

Auf dem Weg gab es viel zu lernen: „Zu Beginn haben wir das Google Adwords Budget nicht festgelegt, das war total naiv,“ kann Ingo Pahrmann heute über den Einsteigerfehler lachen. Er rät Unternehmen, die sich in Richtung Digitalisierung auf den Weg machen wollen, unbedingt Fachleute einzubinden. So kann man viele Fehler vermeiden und kommt schneller voran. Heute ist Ingo Pahrmann froh, den Schritt gewagt zu haben. Er wird weiterhin stationärer Händler bleiben, das ist sicher. Die Online-Filiale stützt und ergänzt sein Unternehmen sinnvoll.

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